Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn 1890 bis 1894/95


Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn 1890 bis 1894/95

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Gudula Gutmann, Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn 1890 bis 1894/95 - Der Zweibund im Urteil der führenden Persönlichkeiten beider Staaten (2004). 503 Seiten, kartoniert.

Der am 7. Oktober 1879 in Wien geschlossene Zweibund zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn nahm eine zentrale Rolle im europäischen Mächtesystem ein: Ein Defensivbündnis mit der Donaumonarchie schien dem Gründer des Deutschen Reichs, Fürst Otto von Bismarck, das einzig wirksame Mittel zur Sicherung des Friedens für Deutschland zu sein. Gleichzeitig diente das Abkommen als Ausgangspunkt für weitere Bündnisse, vor allem mit dem mächtigen Nachbarn Russland. Bismarcks Nachfolger reduzierten jedoch das Bündnissystem wieder auf den Zweibund und gaben die Verbindung mit dem Zarenreich auf. Gudula Gutmann beleuchtet erstmals die Beziehungen zwischen den beiden Bündnispartnern aus dem Blickwinkel führender Persönlichkeiten. Auf Regierungsebene sind dies der österreichisch-ungarische Außenminister Graf Gustav Kálnoky und der deutsche Reichskanzler Graf Leo von Caprivi. Kaiser Franz Joseph I. und Kaiser Wilhelm II. folgen als höchste Repräsentanten der beiden Staaten. Ergänzt wird die Darstellung durch die vier Botschafter, auf österreichisch-ungarischer Seite Graf Imre Széchényi und Freiherr Lászlo von Szögyény sowie auf deutscher Seite Heinrich VII. Prinz Reuß und Graf Philipp zu Eulenburg. Die engsten und einflussreichsten Berater in den Außenministerien und im diplomatischen Corps Graf Anton Wolkenstein und Freiherr Aloys Lexa von Aehrenthal sowie Freiherr Adolf Marschall von Bieberstein und Freiherr Friedrich von Holstein werden in die Analyse ebenfalls mit einbezogen. Die Autorin untersucht, inwieweit sich die Ansichten, Erfahrungen und Interessen der zwölf Personen auf die Außenpolitik der beiden Monarchien auswirkten, ebenso welchen Einfluss Sympathien und Antipathien auf die Gestaltung der Politik hatten. Der Zweibund war nach 1895 als Staatenbündnis zwar immer noch fest verankert, doch die Allianz begann von innen ausgehöhlt zu werden, weil die gegenseitigen Erwartungen und Wünsche zunehmend als Zumutungen empfunden wurden und die Bereitschaft zu Kompromissen gegenüber dem Bündnispartner sank.

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