Hermen bärtiger Götter


Hermen bärtiger Götter

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Edith Krämer, Hermen bärtiger Götter. Klassische Vorbilder und Formen der Rezeption (2001). 243 Seiten, 19 Tafeln, Fadenheftung, fester Einband.

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herme des bärtigen Gottes in der klassischen Zeit Griechenlands sowie der Rezeption im späten Hellenismus und der römischen Kaiserzeit. Im Mittelpunkt stehen dabei die Denkmäler selbst - d.h. vornehmlich rundplastische, großformatige Werke, die fast ausschließlich in Mamor überliefert sind.

Der Denkmälerbestand an bärtigen Götterhermen, vor allem der römischen Kaiserzeit, ist immens und die Forschungsgeschichte zeigt, daß ihre stilistische Analyse zur Erweiterung unseres Kenntnisstandes dringend erforderlich wäre. Probleme bereitet die enorme Ausdehnung des Themas - an vorliegenden Arbeiten wurde zumeist bemängelt, daß nicht übergreifend auf alle bestehenden Fragen eingegangen wurde. Diesem Anspruch ist kaum gerecht zu werden, zumal bei einem Versuch in dieser Richtung die einzelnen Themenkomplexe nur sehr punktuell berührt werden könnten. Auch diese Untersuchung kann und soll nicht die vollständige Erfassung aller bärtigen Götterhermen anstreben. Durch die Einschränkung des Materials auf die klassische Zeit Griechenlands sowie Werke, die motivisch oder auch entwicklungsgeschichtlich auf diese Stilepoche zurückgreifen, ist mit dem zeitlichen Rahmen eine in sich abgeschlossenen Thematik gegeben.

Während für die spätarchaische Herme bereits eine Reihe von Untersuchungen vorliegen, blieb das Material der klassischen Zeit, mit Ausnahme der sogenannten alkamenischen Herme, seit L. Curtius in der Erforschung der Hermenproblematik weitgehend unberücksichtigt und fand nur in wenige Einzeluntersuchungen Eingang. Bisher fehlt ein Überblick über die Entwicklung der rundplastischen Herme in der 2. Hälfte des 5. Jhs. und im 4. Jh. v. Chr.

Vorgestellt wird die klassische Herme zunächst in originalen Werken. Dabei erfaßt die Aufstellung sowohl bekannte Stücke wie die Amphiktyonenherme vor den Südpropyläen des Apollonheiligtums auf Delos als auch in der Hermendiskussion bislang gänzlich unbeachtet gebliebene Werke. Die sich anschließenden Kapitel beinhalten die Überlieferung klassischer Originale in Kopien, die fast ausnahmslos der römischen Kaiserzeit entstammen. Den Schwerpunkt bilden hier die sogenannten Curtius-Typen, doch ist zu berücksichtigen, daß nicht alle von L. Curtius mit der Stilepoche des Klassischen verbundenen Typen ihr auch nach neuen methodischen Ansätzen zugeordnet werden können und somit in dieser Aufstellung fehlen. Von einer erneut grundlegenden Vorstellung des Hermentypus Ephesos wurde hier abgesehen, da das Material bereits mehrfach ausführlich vorgelegt wurde und auf die Ergebnisse D. Willers’ zurückgegriffen werden kann. Die Problematik um die beiden Hermentypen Ephesos und Pergamon wird aber mehrfach an entsprechender Stelle berücksichtigt und diskutiert.

Die Rekonstruktion des Klassischen bietet die Voraussetzung für die Bearbeitung des zweiten Schwerpunktes der Untersuchung. Für die klassische Zeit wurde eine breite Materialbasis angestrebt, da nur so die Grundlage für eine möglichst stringente zeitliche Abfolge bzw. eine Vorstellung über die Entwicklung gewonnen werden kann. Die Denkmäler der hellenistischen und römischen Idealplastik - etwa in Form von Varianten und Neuschöpfungen - sind dagegen als Auswahlkatalog vorgelegt, bestimmt durch die Intention, die Variationsbreite differierender Rezeptionsweisen aufzuzeigen und Kriterien zur Unterscheidung von klassischen und klassizistischen Werken zu erfassen.

Der kunsthistorische Aspekt steht in dieser Arbeit im Vordergrund. Funktion und Bedeutung der antiken Herme sind - im Gegensatz zu den behandelten Denkmälern selbst - weitgehend erschlossen. dennoch muß zu einigen übergreifenden Problemkomplexen Stellung genommen werden. Einen wichtigen Punkt bilden die Kriterien zur Benennung der bärtigen Hermenköpfe, eng verbunden mit der Frage nach ihrem Aufstellungskomplex. Sowohl für die klassische Zeit Griechenlands als auch für den Hellenismus und die römische Kaiserzeit sind hier unterschiedliche Maßstäbe anzusetzen, deren Wandel es einhergehend mit der Umgestaltung der Darstellungsform soweit als möglich zu erfassen gilt.

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