Untersuchungen zur Themenwahl und Bildgestaltung auf römischen Kindersarkophagen


Untersuchungen zur Themenwahl und Bildgestaltung auf römischen Kindersarkophagen

22,00
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versand
Versandgewicht: 0,95 kg


Stephanie Dimas, Untersuchungen zur Themenwahl und Bildgestaltung auf römischen Kindersarkophagen (1998). 387 Seiten mit 2 Tabellen und 16 Tafeln, Fadenheftung, flexibler Einband.

Römische Kindersarkophage erweisen sich unter diversen Aspekten als geeigneter Ausgangspunkt für die Frage nach den Botschaften der Sarkophagbilder und ihren Bezügen zum Toten. Als eine Gruppe von Grabdenkmälern, die schon anhand äußerer Merkmale - insbesondere ihrer Größe - einer spezifischen Personengruppe zuzuweisen ist , lassen sich die für Kinder bestimmten Monumente den Erwachsenensarkophagen gegenüberstellen. Insbesondere die Abweichungen von der auf Erwachsene zugeschnittenen Norm lassen die Bilder in einer eigenen Brechung erscheinen, die zum Verständnis beider Gruppen - Kinder- und Erwachsenensarkophagen - beitragen kann, aber auch über die gattungsspezifischen Grenzen hinaus den Umgang mit Bildern beleuchtet. Die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu den Erwachsenensarkophagen führt dabei über die Suche nach spezifischen Aussagen über die Stellung des Kindes in Familie und Gesellschaft hinaus, zumal mit den Sarkophagen der Kreis der Kinder nur sehr ausschnitthaft erfaßt wird. Aufgrund der speziellen Situation nämlich, daß auf einem Kindersarkophag in einer anderen Weise als bei einem Erwachsenensarkophag zwischen Auftraggeber (meist den Eltern) und Grabinhaber (Kind) zu unterscheiden ist, d.h. sich die Eltern letztlich über ihr Kind immer auch selbst - direkt oder indirekt - darstellen, lassen die Kindersarkophage auch Rückschlüsse über das Selbstverständnis der Eltern zu. Das Interesse an der Darstellung von Kindern und die Art und Weise ihrer Präsentation reflektiert zumindest mittelbar auch das Rollenverständnis von Mann und Frau. Es wäre daher eine lohnende Aufgabe, nicht nur zwischen Kindern und Erwachsenen zu unterscheiden, sondern - was die immer wieder zu beobachtende Affinität von Kinder- und Frauenrepräsentation nahelegt - stärker als bisher auch zwischen Repräsentationsbildern für die Frau und solchen für den Mann zu differenzieren, mit dem Ziel, schließlich die verschiedenen Einzelaussagen zu einem Gesamtbild für ihre jeweilige Gruppe zusammenzufügen.

Diese Kategorie durchsuchen: Klassische Archäologie